Passivhaus-Berechnung

Kern des Passivhauskonzeptes ist die Bilanzierung der Energieverbräuche eines Gebäudes auf Basis geltender EU-Normen, mit dem Ziel, der Realität der Nutzung so nahe wie möglich zu kommen. Die gängigen, öffentlich-rechtlichen Bilanzierungsverfahren z.B. die EnEV leisten diese Qualität nicht! Je komplexer Gebäude werden, vor allem im Nichtwohnbau, desto größer sind die Abweichungen zwischen der Bilanzierung und der Realität. Im Passivhaus wird Standortbezogen und mit Netto-Nutzflächen und realitätsnahen Nutzungsprofilen gerechnet. Nach EnEV sind es theoretische Brutto-Nutzflächen, der Referenzstandort  ist Potsdam und die Nutzungsprofile sind allgemein gehalten. Um verlässliche Wirtschaftlichkeitsberechnungen machen zu können, bedarf es belastbarer Ergebnisse für Einsparpotentiale. Ein wesentlicher Grund, warum wir öffentlich-rechtliche Berechnung ausschließlich für Förderungen einsetzen, dagegen Energiebilanzen für Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen auf Basis der Passivhausbilanzierung machen. 

Grundlage für ein funktionierendes  Passivhaus nach den Kriterien des PH Institutes , kurz PHI sind:

Das Passivhaus Projektierungs Paket , kurz PHPP, als Software
Die zertifizierten Passivhauskomponenten, bzw. klar definierte Zertifizierungskriterien für Komponenten als Hardware
Die Ausbildung zum zertifizierten Passivhausplaner, die Hard- und Software richtig anwenden zu können    
Die Zertifizierung von Gebäuden, zum Qualitätsmanagement von Berechnung, Umsetzung, Nutzung

Wir wenden das PHPP seit 1998 in allen seither entwickelten Versionen an. Wir haben 7 zertifizierte Passivhausplaner, davon 3 akkreditierte Passivhaus-Zertifizierer bzw. -Trainer in unserem Büro, die mit der Software arbeiten. Aufgrund der komplexen Nichtwohngebäude, mit verschiedensten Nutzungszonen z.B. in Hotels mit Lobby, Restaurant, Zimmer, Tagung, Küche, Wellness, haben wir die PHPP weiter entwickelt in ein Zonenmodell um Gebäude z.B.  in ihren Heiz-, Kühllasten, Verschattungsanforderungen, bei unterschiedlichen Lüftungsgeräten,- konzepten je Zone, besser beschreiben zu können. Mit unserer Erfahrung im Zusammenhang mit der Zonenberechnung und der realitätsnahen Simulation der umgebenden Verschattung, konnten wir die Passivhausanforderungen mit Zertifizierung bei vielen Projekten wirtschaftlich erreichen. Aktueller Stand 2019 ist eine Passivhaus-Bausumme von 1 Milliarde Euro, die von uns in der Berechnung und Zertifizierung betreut wurde. Das erste Passivhaus in Bayern, die erste EnerPHit-Sanierung in Bayern, das erste PassivhausPlus im Allgäu und das erste PassivhausPremium weltweit wurden von uns berechnet.

Unsere weiteren Software-Module zum Passivhaus

Zur Passivhausberechnung gibt es vom PHI einige zusätzlich entwickelte Module, die wir regelmäßig anwenden

Selbstverständlich gehört zur PH-Projektierung auch eine Wärmebrückenberechnung und -Bilanzierung

Aufgrund der vielen Produkte am Markt die in großen Gebäuden eingesetzt werden und nicht zertifiziert sind, haben wir eigene Programme entwickelt, mit denen wir die Komponenten auf Basis der Zertifizierungskriterien vergleichend rechnen können. Damit können wir die Erreichung der PH-Kriterien frühzeitig und wirtschaftlich sicherzustellen.

Das Bilanzierungsverfahren nach PHPP hat 2 Schwächen, die wir durch
eine Standort spezifische, auf das aktuell projektierte Gebäude angepasste,
thermo-dynamische Simulation beheben.

Wesentliche Gründe zur Simulation:

1. Die Verschattung die Umgebung (Landschaft, eigene bzw fremde Gebäude, Pflanzen) ist nur mit groben Angaben machbar, das führt bei komplexen Gebäuden zu unwirtschaftlichen Ergebnissen. Dieses Vorgehen ist zwar besser als der pauschale Verschattungsfaktor nach EnEV, dennoch nicht genau genug !

2. Der Nutzer möchte stundengenaue Informationen zum Gebäude, vor Allem zur Behaglichkeit im Sommer. Das Verschattungs-, Kühlsystem und die Gebäudeleittechnik sollen optimal eingestellt werden, um die Effizienz des Passivhauses in allen Bereichen nutzen zu können.

>> Thermodynamische Simulation